Mittwoch, 9. August 2017

Betreutes Denken mit Merkels CDU...

von Thomas Heck...

Der Wahlkampfauftakt macht sich auch daran fest, dass die Städte mit Wahlkampfplakaten der Parteien zugepflastert werden. Mehr Inhaltslosigkeit pro Meile geht kaum. Besonders merkwürdige Beispiele bekommt der Wähler von der Regierungspartei CDU geliefert, die sich durch infantile Sprache und merkwürdige Grammatik und Semantik geradezu selbst disqualifiziert. Die werben wie unseren Kanzlerin redet. Wie direkt aus ihren gestammelten Reden abgekupfert. Ein peinliches Gestammel ohnegleichen. Kostproben gefällig?


Die Unionsparteien wollen Wähler erreichen, von denen sie glauben, dass sie das reguläre Wahlprogramm nicht verstehen. Ihnen bieten sie einen Text in falschem Deutsch, für das Ihre Kinder in der Schule ein Mangelhaft bekommen würden.

Ich lehne auch die einfache Sprache nicht prinzipiell ab, fordere nur, dass die einfache auch eine korrekte Sprache bleiben muss, was in den von mir gewählten Beispielen nicht der Fall ist. Einfache Sprache kann und muss eine gute Sprache sein. Gute Texte zu schreiben, ist nicht einfach. In Anlehnung an Voltaire muss ich mich ab und zu für einen langen Artikel entschuldigen, weil ich nicht genug Zeit für einen kurzen Text hatte.

CDU und CSU haben ihr Wahlprogramm zweimal verfasst. Einmal in normalem Deutsch und einmal in „leichter Sprache“ (www.cdu.de).

Das Programm in leichter Sprache soll die Politik so erklären, dass wirklich alle Wähler begreifen, worum es geht. Das ist nett gemeint, doch leider ist die einfache Sprache der CDU/CSU gar nicht so einfach zu verstehen und außerdem ist sie voller Fehler.

So heißt es zum Beispiel auf Seite 5 unter Punkt 5: „Wenn die Leute mehr Lohn kriegen, sollen nicht auch die Preise steigen.“ Was ist damit gemeint?

Punkt 6 auf Seite 5 ist so formuliert: „Wir wollen die Auto-Bahnen neu machen. Und größer machen.“ Schön, aber das Wort Autobahn wird nicht gekoppelt und die letzten drei Worte bilden keinen Satz.

Auch für mehr Überwachungskameras werben CDU und CSU in ihrer leichten Sprache. Das liest sich so (Seite 29): „An manchen Stellen passieren oft schlimme Sachen. Zum Beispiel: Taschen werden geklaut. Leute werden geschlagen. Wir wollen: Diese Stellen müssen gefilmt werden. Mit Kameras. Die nehmen auf, wenn etwas Schlimmes passiert.“

Jeder Lehrer müsste für dieses Gestammel eine glatte Fünf in Ausdruck und Grammatik erteilen. Warum wird dieses schlechte Deutsch dann gedruckt, von Parteien, die sich für bessere Bildung einsetzen?

Wen wollen sie erreichen? Ausländer, die kein Deutsch können? Bestimmt nicht, denn die dürfen gar nicht wählen. Kinder, die noch kein Deutsch können? Auch nicht, denn auch die dürfen ja nicht wählen. Analphabeten? Die können nicht lesen. Ein Ausdruck für Merkels neue Republik der illegalen Migration? Das ist wohl gelungen.

Also wenden sich CDU und CSU an Wähler, von denen sie glauben, dass sie das reguläre Parteiprogramm nicht verstehen. Ihnen bieten sie dann diese Sätze in falschem und schlechtem Deutsch. Das wirkt arrogant und herablassend. Was soll das?

Man kann komplizierte Zusammenhänge einfach erklären und zwar in richtigem und gutem Deutsch. Dazu sollten insbesondere Politiker in der Lage sein. Wenn die Unions-Politiker es nicht sind, haben sie ihren Beruf verfehlt.

Noch zwei Kostproben. Seite 7: „Der Euro ist stark, wenn die Wirtschaft stark ist. Dann können wir auch in anderen Ländern viel kaufen. Zum Beispiel in Amerika. Oder in Russland.“

Seite 24: „In Deutschland kann man gut leben. Zum Beispiel: (…) In Deutschland wächst Obst und Gemüse. Das soll so bleiben.“

Politisch korrekt bleiben wollen die Sprachverhunzer von CDU und CSU übrigens auch. Gleich vorneweg im Programm kündigen sie an: „Wir schreiben hier immer nur die männliche Form. Zum Beispiel: Wir schreiben nur: Lehrer. Und nicht: Lehrer und Lehrerinnen. Wir meinen aber auch alle Frauen. Das machen wir, weil man den Text so besser lesen kann.“ 

Na, ein Glück, dass sie das klargestellt haben. Es ist aber auch das einzige, was positiv hängen bleibt.

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